Die Köcherfliege – caddis

 

Entwicklungszyklus der Köcherfliegen: Von der Eiablage zur Larve

Köcherfliegen gehören zu den Neuflüglern. In Europa gibt es ca. 1200 Arten und Unterarten, von denen in Deutschland ca. 300 leben. Die Körperlänge variiert zwischen 1,5 bis 4 cm. Die meisten Köcherfliegen sind dämmerungs- und nachtsaktiv. Die befruchteten Eier werden manchmal sogar im Flug als Gallertpakete ins Wasser gegeben, während andere Arten sie an Steinen, Pflanzen oder anderen Substraten ablegen. Manche Arten geben sie an überhängenden Ästen ab, von wo sie dann ins Wasser tropfen. Aus dem Ei schlüpft eine Larve, die sich bis zu fünfmal häutet.

Die einzigartige Konstruktion der Köcherfliegen: Köcherbau und Verpuppung

Am Kopf hat die Larve ein gutes Beißwerkzeug und am Hinterleib ein bis drei Höcker, mit denen sie ihr Köcher halten kann. Die sogenannten Köcher oder Wohnröhren werden aus einem Sekret gebaut, das die Larve aus den Labialdrüsen am Kopf abgibt. Die meisten Köcher bestehen aus Substratmaterialien wie Steinchen oder Schilfstücken, die mithilfe des Spinnsekrets zu einer Röhre verklebt werden. Mit dem Wachstum der Larve wird die Röhre am offenen Ende nach und nach erweitert. Die Verpuppung erfolgt noch im Köcher, bevor die Larve diesen verlässt und innerhalb von drei bis vier Minuten an Land zum geflügelten Insekt wird, meistens nachts. So verwandeln sich die Larven der Köcherfliegen innerhalb weniger Minuten von wasserbewohnenden Wesen zu geflügelten Insekten, meistens in der Stille der Nacht.

Unser Tipp fűr eine selbstgebune Köcherfliege

Zum Binden einer Caddis  Fliege (Köcherfliege) brauchen wir einen Haken mit langem Schenkel, idealerweise H230 BL.  Die Hakengrösse wählen wir je nach dem Gewässer, in dem wir fischen möchten. Für oft von Fischern besuchte Gewässer sind Haken der Größen 16-18 passend, während wir in weniger besuchten Gewässern,  ruhig größere Haken der Größen 12-14 verwenden können.

Nutze einen feinen, starken und farblosen  Bindefaden, wie der Ultrafine. Starte mit einer Grundwicklung entlang des Hakens bis zur Biegung. Trage dann einen Lack auf, um die Fliege haltbarer zu machen.

Wickle dann beliebige Hechelfedern, z.B. Huhnhechel, um den Haken und forme den Körper der Fliege durch einfache Umwicklungen. Verwende dazu Dubbing in natürlicher Farbe, das nicht wasseranziehend ist. Mit Hackleklemme fixierst du dann den Fliegenkörper.

Als nächsten Schritt bindest du eine CDC-Feder, ebenfalls in natürlicher Farbe, ein. Verwende einen Haarausstoßer, um eine kleine Menge Hirschwinterhaar auf gleiche Höhe zu bringen. Das Hirschwinterhaar ist hohl, daher zeichnet es sich durch ausgezeichnete Schwimmeigenschaften aus.  Das überstehende Hirschhaar schneidest du vorne am Kopf der Fliege ab. Als Sichtbarkeitshilfe kannst du beispielsweise Para-Post oder ein ähnliches Material verwenden und die Kopfpartie nochmals mit einer kleinen Menge Dubbing umwickeln. Abschließend führst du einen Schlussknoten durch und deine erste Caddis Fliege ist fertig.

Viel Spass beim Nachbinden.