Seefischen mit der Fliege – Die besten Fliegenmuster für Forellen

28. Mai 2025

Einführung ins Seefischen mit der Fliege

Heute werfen wir einen kleinen Blick auf das Seeangeln mit der Fliege – eine Methode, die trotz der oft umfangreichen Ausrüstung (mehrere Rollen, verschiedene Fliegenschnüre etc.) nicht so populär ist und bei der die Fische nicht immer so mitspielen, wie man es sich wünscht.
Worauf möchten wir heute eingehen? Auf die grundlegenden Arten von Fliegen für das See-angeln. Wir stellen die am häufigsten verwendeten Muster vor, obwohl es natürlich noch viele weitere gibt. Die absolute Basis beim See¬angeln ist das Verständnis, dass die Fliegen die natürliche Nahrung der Forellen im See imitieren sollten – seien es kleine Streamer, Lures, Blobs, Nassfliegen, See¬nymphen oder sogenannte Buzzers (Larven), die meist dort schlüpfen, wo Schlamm oder Gras vorhanden sind.
Für den Forellenfang im See existiert eine Vielzahl künstlicher Fliegen. In diesem Artikel beleuchten wir nur die grundlegenden Typen, die unserer Meinung nach für den kurzen Ausflug jedes Fliegenfischers ausreichen.

Ein "Lure Köder", oft einfach als "Kunstköder" bezeichnet, ist ein künstlich hergestellter Angelköder, der Fische anlocken und zum Anbeißen animieren soll. Er unterscheidet sich von einem Naturköder, der eine natürliche Nahrungsquelle der Fische ist. Kunstköder gibt es in verschiedenen Formen, Farben und Größen, und sie ahmen oft das Aussehen und das Verhalten von Beutetieren nach

Lures für das Seefischen: Farbige Marabou-Muster

Zu den wichtigsten Fliegenmuster zählen die sogenannten Lures. Sie werden aus Maraboufibern und Messingperlen gebunden und mit buntem Dubbing oder Huhnhecheln als Attraktor am Kopf versehen. Die bekannteste Farbkombination heisst Montana: schwarzes Marabou mit rötlichen Elementen – sei es eine rote Messingperle oder ein roter Maraboufederbüschel. Diese Kombination garantiert den Biss einer schönen Forelle am Bergsee und zaubert dem Angler ein Lächeln ins Gesicht.
Alternativ können auch orange, gelbe, gelb-orange, weiß-rot, weiß-grün, schwarz-gelbe und viele weitere Muster eingesetzt werden. Als Haken verwenden wir meist den Hanák H490 BL Jig Superb Trophy in Größe 8–12, für größere Muster auch den H900 BL Streamer. Lures sind ganzjährig einsetzbar.

Blobs - klassiches Köder für das Seefischen

Blobs – klassicher Köder für das Seefischen

Blobs: Effektive Chenille-Muster

Eine weitere beliebte Fliege beim Seeangeln sind klassische Blobs, gebunden auf den Jighaken Hanák H490 BL Jig Superb Trophy (Größe 8–12). Da im See oft größere Fische vorkommen, wählen wir entsprechend auch größere Muster.
Für die Herstellung benötigt man einen stabilen Haken und Chenille, das kein Wasser aufnimmt – so bleibt der Blob gut im Wassersäulenfenster. Wasseraufnehmendes Chenille würde schneller absinken als gewünscht. Die Farbkombinationen richten sich nach dem Vorrat an Materialien, doch wir bevorzugen natürliche Farben.
Blobs dienen meist als Attraktor, als erste oder zweite Fliege auf der Rig und locken durch ihre Buntheit. Sie werden durch Schichten von Chenille um den Haken gewickelt – ähnlich wie beim klassischen Trockenfliegenmuster Rockerka. Optional kann man Messing- oder Tungstenperlen verwenden, um das Absinken zu beschleunigen.
Blobs eignen sich ganzjährig, besonders gut für frisch besetzte Seen. Eine große Erfahrung haben wir zum Beispiel am Oberalpsee im Kanton Graubünden, wo regelmäßig Forellen ausgesetzt werden.

See-Nymphen: Universelle Nymphenmuster am See

See-nymphen sind eine der vielfältigsten Gruppen beim See¬angeln – sowohl für wilde als auch fürsatzbesetzte Forellen. Sie imitieren Larven und Puppenstadien von Insekten sowie andere kleine Wasserwirbellose, die in stehenden Gewässern leben.
Bei wilden Forellen macht der Nymphenfang Sinn, bei besetzten Fischen kaum – dennoch bleiben See¬nymphen eine der wichtigsten Gruppen zum Fang aller Forellenarten.
Der Klassiker ist die Sawyer Nymph (Pheasant Tail), ein universelles und sehr effektives Muster. Gefertigt aus Fasanenschwanzfasern imitiert es Eintagsfliegenlarven, Köcherfliegenlarven, Mückenlarven, kleine Fische oder Kaulquappen.
In naturgetreuer Ausführung sind diese unbestimmten Nymphen hervorragend für Bachforellen. Mit farbigem Thorax, glänzendem Rücken oder bunter Perlenkopf werden sie zu perfekten Mustern für Regenbogen und Seesaiblinge.

Bloodworms: Rötliche Mücklarven-Imitationen

Blutwürmer ahmen kräftige, rötliche Mücklarven nach. An Gewässern mit hohem Vorkommen sind sie besonders fängig. Die Larven leben im weichen, schlammigen Boden und bieten Forellen eiweißreiche Nahrung.
Beliebte Muster sind einfache rote Bodyglasmuster oder solche mit Marabou Federn. Als Nymphenreiz dienen sie dort, wo Forellen gezielt nach Blutwürmern suchen.

Verschiedene Flohlrebs Imitationen

Verschiedene Flohlrebs Imitationen

Flohkrebse: Czech Nymph Imitationen für natürliche Gewässer

Czech Nymphs alias Flohkrebs ¬Imitationen sind besonders an natürlichen Gewässern wichtig. Flohkrebse sind größere Wirbellose, die eine wichtige Nahrung für Forellen darstellen.
Ihre Nachbildungen sind recht einfach zu binden – ein naturfarbener, etwas ausgedünnter Czech Nymph Body genügt. Immer eine Auswahl dabei zu haben, ist sehr hilfreich.

Nassfliege aus natürlichem Material

Nassfliege aus natürlichem Material

Seenassfliegen: Palmer Muster

Eine weitere sehr beliebte Kategorie der Seefliegen sind Nassfliegen, die wir beim Fischen auf stehenden Gewässern vor allem in Form der sogenannten Palmer-Muster kennen. Natürlich kann man mit den klassischen Nassmustern, die auch beim Fliegenfischen im Fluss erfolgreich eingesetzt werden (z. B. March Brown), hervorragende Ergebnisse erzielen. Palmer hingegen sind typisch für das Forellenfischen auf Seen. Zu den bekanntesten Vertretern gehören die traditionellen schwarz-roten Bibio und Black Zulu mit markantem rotem Tipp.
Das Hauptziel von Nassfliegen ist die Imitation von versunkenem oder eingetauchtem Insektentriebwerk, das sich im Wassersäulenfenster bewegt. Häufig fischt man sie aktiv, zum Beispiel auf Intermediate-Schnüren, und ähnlich wie einige Nymphen-Varianten können bunte Nassmuster als zusätzliche Reizmuster fungieren. Packe daher deine Seefliegen-Box unbedingt mit einer guten Auswahl an unterschiedlich farbigen und großen Nassfliegen, denn beim See-Fliegenfischen wirst du sie garantiert brauchen!

Diverse Trockenfliegen

Diverse Trockenfliegen

Trockenfliegen & Emerger: Trockenfliegen-Einsatz am See

Im Bereich des Seefischens sindImitationen ausgewachsener Wasser- und Landinsekten ebenfalls sehr wirkungsvoll – besonders dann, wenn Forellen aktiv an der Wasseroberfläche fressen und auf andere Fliegenmuster nicht mehr reagieren. In hart beangelten Seen nehmen die Fische häufig nur noch wirklich kleine und unaufdringliche Muster! Fehlen dir entsprechende Trockenfliegen-Imitate oder Emerger, wirst du an solchen Tagen wohl wenig Erfolg haben.
Zu den typischen See-Trockenfliegen zählen die sogenannten Shuttlecocks. Sie ahmen gerade schlüpfende Insektenadulte (Mücken, Eintags- und Köcherfliegen) nach. Besonders effektiv sind sie dann, wenn Fische nur ganz oberflächlich fressen, aber klassische Trockenmuster wie Standard-Chironomiden oder Eintagsfliegen ablehnen. Shuttlecocks punkten dadurch, dass der ausgezogene Puppenkörper (Exuvie) im Wasser hängt, während der dichte CDC-Körper, ein Polycelon-Körperchen oder ein Büschel Rehhaar über der Oberfläche treibt und so den frisch geschlüpften Imago perfekt imitiert. Die genaue Farbe des Körpers (natur, schwarz, orange, oliv, weinrot) ist dabei weniger entscheidend als das natürliche Schwebeverhalten in der Wasserhaut. Shuttlecocks gehören eindeutig zu den besten Trockenmustern für den See und sollten in keiner Fliegendose fehlen!

 

Streamer: Grosse Köder für grosse Forellen

Beim Seeangeln greift man zunehmend zu größeren Streamern, um kräftige Bach- und Regenbogenforellen gezielt anzusprechen. Diese Muster ahmen zwar häufig kleine Fische oder andere Wasserwirbeltiere nach, können aber ebenso als auffällige, provokative Köder eingesetzt werden, ohne ein konkretes Lebewesen exakt zu imitieren. Typische Vertreter sind:

  • Zonker-Streamer in verschiedenen Größen und Farben
  • Woolly Bugger, extrem vielseitig einsetzbar
  • Dunkle Nachbildungen von Kaulquappen und Blutegel
  • Imitationen junger Fische und Brütlinge
  • Der klassische Muddler Minnow

Merke: Ein größerer Köder lockt oft größere Forellen an. Daher empfiehlt es sich, eine eigene Dose mit mittelgroßen Streamern bereit­zu­halten – vor allem im Herbst und Frühjahr sind sie am See unverzichtbar.

Wir wünschen viel Erfolg bei deinem nächsten See-Trip und Petri Heil!